Mehr Flugverkehr? Nicht auf Kosten unserer Lebensqualität!

Jetzt Einwendung gegen die geplante Kapazitätserweiterung des Flughafens Düsseldorf einreichen

Der Flughafen Düsseldorf soll seine Kapazitäten ausweiten. Die aktuellen Pläne sehen unter anderem acht neue Flugzeug-Abstellpositionen, zusätzliche Flugbetriebsflächen sowie mehr planbare Flugbewegungen in stark nachgefragten Tagesstunden vor. Außerdem soll die Nutzung der beiden Start- und Landebahnen flexibler werden.

Wir Grünen in Korschenbroich lehnen diese Kapazitätserweiterung ab.

Denn mehr Flugverkehr bedeutet auch mehr Belastungen für die Menschen in unserer Region: mehr Fluglärm, mehr Bodenlärm, mehr Verkehr und zusätzliche Belastungen für Klima, Umwelt und Natur. Die aktuellen Planunterlagen enthalten dazu umfangreiche Gutachten – unter anderem zu Flug- und Bodenlärm, Gesamtlärm, Luftqualität, Wasser, Natur und Klimaschutz.

Was ist geplant?

Der Flughafen möchte die Voraussetzungen schaffen, um den Flugbetrieb insbesondere in den nachfragestarken Tagesstunden auszuweiten. Der bisherige Deckel von 131.000 Flugbewegungen pro Monat soll zwar bestehen bleiben. Allerdings sollen ungenutzte Slots aus den verkehrsärmeren Wintermonaten „angespart“ werden können, um dann in den Sommermonaten deutlich diese Marke um 52% überspringen zu können.

Außerdem soll die Anzahl der Flüge, die pro Stunde möglich sind, insbesondere am frühen Morgen und am späten Abend deutlich erhöht werden. Um dies zu ermöglichen, soll die bisher aufgrund des „Angerland-Vergleichs“ reduzierte Nutzung der Nord-Landebahn, deutlich ausgeweitet werden. Dadurch soll die Kapazität morgens und abends so stark erhöht werden, dass bis zu 70 Starts und 70 Landungen pro Stunde möglich werden!

Weiterhin plant der Düsseldorfer Flughafen künftig den kleineren Privatfliegern das Landen und Starten in Düsseldorf zu verweigern. Diese Flieger werden sich dann einen Flughafen in der Nähe suchen und voraussichtlich den Flughafen Mönchengladbach deutlich stärker frequentieren. Dies sorgt für eine stärkere Lärmbelastung in Kleinenbroich, Raderbroich und Herrenshoff. Gleichzeitig erhöht sich für die vom Anflug auf Düssedorf belasteten Ortsteile durch den Wegfall der kleineren und leiseren Maschinen, die durch große Maschinen ersetzt werden, die Lärmbelastung zusätzlich.

Für uns ist klar: Klimaschutz und eine gute Lebensqualität in Korschenbroich dürfen nicht hinter dem Wunsch nach weiterem Wachstum des Luftverkehrs zurückstehen.

Jetzt kommt es auf deine Stimme an!

Die aktuellen Pläne liegen seit dem 2. September 2026 öffentlich aus. So können die Unterlagen im technischen Rathaus in Korschenbroich, Don-Bosco-Str. 6, während der Dienstzeiten eingesehen werden.

Bürgerinnen und Bürger, deren Belange durch die Änderungen erstmals oder stärker betroffen sind, können bis einschließlich 15. Oktober 2026 Einwendungen erheben. Korschenbroich gehört ausdrücklich zu den Kommunen, bei denen Einwendungen eingereicht werden können.

Dabei gilt: Deine persönliche Einwendung zählt.

Beschreibe, wie du vom Flugverkehr betroffen bist – beispielsweise durch Fluglärm, insbesondere in den Abend- und Nachtstunden, durch die zunehmende Lärmbelastung in deinem Wohnumfeld oder durch die Auswirkungen auf Natur, Klima und Lebensqualität.

Je konkreter du deine persönliche Situation beschreibst, desto besser.

So wird deine Einwendung stärker

Du musst kein Gutachten schreiben und auch keine juristischen Fachkenntnisse haben. Wichtig ist vor allem, dass du deine persönliche Betroffenheit und deine eigenen Argumente deutlich machst.

Ein paar Tipps:

1. Beschreibe deine persönliche Lärmbelastung.
Wann nimmst du Fluglärm besonders wahr? Stört er dich morgens, abends oder nachts? Beeinträchtigt er deinen Schlaf, deine Erholung, deine Arbeit oder deinen Aufenthalt im Garten?

2. Beschreibe konkret, wo du wohnst und was du wahrnimmst.
Wird dein Wohngebiet regelmäßig überflogen? Nimmst du bestimmte Flugrouten oder eine zunehmende Lärmbelastung wahr? Je konkreter deine eigene Situation ist, desto deutlicher wird deine Betroffenheit.

3. Gehe auf die Auswirkungen auf deine Gesundheit und Lebensqualität ein.
Wenn dich der Fluglärm beispielsweise beim Schlafen, Erholen oder Arbeiten beeinträchtigt, beschreibe das. Auch besondere Belastungen für Kinder, ältere Menschen oder andere Personen in deinem Haushalt kannst du benennen.

4. Formuliere deine Bedenken zu Klima und Umwelt.
Du kannst darauf eingehen, welche Auswirkungen eine weitere Ausweitung des Luftverkehrs aus deiner Sicht auf Klimaschutz, Natur, Boden, Wasser und Luft hat.

5. Schreibe mit deinen eigenen Worten.
Du musst nicht jedes Argument übernehmen. Nimm die Punkte, die für dich relevant sind, und ergänze sie mit deiner persönlichen Situation. Eine individuelle Einwendung ist aussagekräftiger als ein identischer Text, der hundertmal verschickt wird.

Du suchst eine Vorlage?

Du musst deine Einwendung nicht komplett selbst formulieren. Der Verein „Bürger gegen Fluglärm“ hat für das aktuelle Verfahren eine ausführliche Einwendungshilfe mit einer entsprechenden Vorlage erstellt.

Unser Tipp: Nutze die Vorlage als Grundlage, aber ergänze sie unbedingt um deine eigenen Erfahrungen und deine persönliche Betroffenheit. Die fünf Punkte oben können dir dabei helfen.

So kannst du deine Einwendung einreichen

Am einfachsten kannst du deine Einwendung Online über das Beteiligungsportal NRW einreichen:

Alternativ ist eine schriftliche Einwendung möglich.

Wichtig: Diese kannst du per Post senden an: Bezirksregierung Düsseldorf, Postfach 300865, 40408 Düsseldorf. Sie muss deine Anschrift enthalten und unterschrieben sein. Eine einfache E-Mail reicht nicht aus.

Wichtig für alle, die bereits 2016 oder 2020 eine Einwendung abgegeben haben

Deine damals zulässig eingereichte Einwendung bleibt weiterhin Bestandteil des Verfahrens und muss nicht erneut eingereicht werden. Allerdings haben sich die Pläne des Flughafens inzwischen verändert und es kann sich lohnen, deine damalige Argumentation um neue Argumente zu ergänzen.

Unsere Position ist klar

Der Flughafen Düsseldorf ist ein wichtiger Teil der Infrastruktur unserer Region. Aber daraus folgt nicht, dass seine Kapazitäten immer weiter wachsen müssen.

Wir wollen eine Entwicklung, die Lebensqualität, Gesundheit, Klima- und Umweltschutz ernst nimmt.

Deshalb sagen wir:

Keine weitere Kapazitätserweiterung des Flughafens Düsseldorf auf Kosten der Menschen und der Umwelt in unserer Region.

Mach von deinem Beteiligungsrecht Gebrauch. Informiere dich, formuliere deine persönliche Einwendung und bring deine Stimme in das Verfahren ein.

Deine Einwendung zählt.

Frist: 15. Oktober 2026