Erneuerbare Energien als Chance für Korschenbroich – unser Antrag wurde abgelehnt

Mit unserem Antrag „Kommunale Strategie zur Stärkung regionaler Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien“ im letzten Umweltausschuss wollten wir die Verwaltung beauftragen, eine Strategie zu entwickeln, wie Korschenbroich stärker von den wirtschaftlichen Chancen der Energiewende profitieren kann. Dabei ging es ausdrücklich nicht um konkrete Standorte oder Bauvorhaben, sondern um eine fundierte Analyse der Potenziale – von Photovoltaik auf kommunalen Gebäuden über Freiflächen-Photovoltaik und Windenergie bis hin zu Bürgerenergieprojekten, Beteiligungsmodellen und zusätzlichen Einnahmequellen für unsere Stadt.

Leider wurde unser Antrag von den übrigen Fraktionen abgelehnt.

Besonders bemerkenswert war die Diskussion über Freiflächen-Photovoltaik und Windenergie. Seitens der CDU und der FWG wurde darauf verwiesen, dass unsere fruchtbaren Äcker nicht für Photovoltaikanlagen genutzt und unsere „grünen Wiesen“ nicht verschandelt werden sollten.

Diese Sichtweise blendet jedoch die eigentliche Realität aus.

Was nützen uns fruchtbare Äcker, wenn sie durch monatelange Trockenheit immer schwieriger zu bewirtschaften sind? Was nützen uns grüne Wiesen, wenn sie aufgrund von Hitze und Wassermangel längst braun werden? Unsere Landwirtinnen und Landwirte kämpfen schon heute mit den Folgen der Klimakrise. Ernteausfälle, steigende Bewässerungskosten und zunehmende Wetterextreme sind keine Zukunftsszenarien mehr – sie sind längst Alltag.

Die aktuellen Bilder sprechen eine deutliche Sprache: verheerende Waldbrände in Südeuropa, Rekordtemperaturen, zerstörerische Unwetter und Überschwemmungen in vielen Teilen Europas, der Welt und auch vor unserer Haustür. Die Klimakrise wartet nicht darauf, bis alle Bedenken ausgeräumt sind. Sie schreitet unaufhaltsam voran – und ihre Folgen sind auch in unserer Region längst spürbar.

Gerade deshalb ist es unverständlich, dass eine Mehrheit im Umweltausschuss nicht einmal bereit war, die Chancen erneuerbarer Energien für unsere Stadt systematisch untersuchen zu lassen. Wer den Schutz unserer Landschaft ernst meint, muss auch bereit sein, die Ursachen ihrer Veränderung konsequent zu bekämpfen. Denn die größte Bedrohung für unsere Äcker, Wiesen und Wälder sind nicht Windräder oder Solaranlagen – es ist der ungebremste Klimawandel.

Wir sind überzeugt: Klimaschutz und wirtschaftliche Vernunft gehören zusammen. Eine Stadt im Haushaltssicherungskonzept sollte jede Möglichkeit prüfen, zusätzliche Einnahmen zu erzielen, Energiekosten zu senken und ihre regionale Wirtschaft zu stärken. Genau das war das Ziel unseres Antrags.

Wir bedauern, dass diese Chance keine Mehrheit gefunden hat. Für uns bleibt klar: Klimaschutz ist keine ideologische Frage, sondern eine Frage der Verantwortung gegenüber kommenden Generationen und der Zukunftsfähigkeit unserer Stadt. Deshalb werden wir uns weiterhin dafür einsetzen, dass Korschenbroich die Chancen der Energiewende nutzt.