Vorschläge für mehr soziale Teilhabe

(Diese „Vorschläge“ basieren auf den inhaltlichen Ergebnissen unserer Arbeitskreise. Wir dokumentieren diese hier, weil daraus unser Wahlprogramm KORSCHENBROICH WIRD GRÜN und kann mehr entstanden ist.)

Sozial- und Bildungspolitik

Wir Grünen wollen die Teilhabe aller Korschenbroicher Bürger*innen fördern. Wir sind davon überzeugt, dass es von großem Wert für unsere Stadt ist, dass alle in unsere Stadtgesellschaft integriert werden. Wir wollen über die bereits bestehenden Angebote mehr soziale Begegnungsmöglichkeiten in Korschenbroich schaffen. Die Ortsteile sind von einer lebendigen Schützen- und Sportvereinskultur geprägt. Wir begrüßen grundsätzlich diese sozialen Netzwerke, wollen in Korschenbroich aber auch verstärkt Zugezogene, Jugendliche, junge Familien, Senior*innen, Frauen, Migrant*innen erreichen und ein breiteres Angebot an Bildungs- und Freizeitaktivitäten schaffen. Die Volkshochschule ist die kommunale Plattform, um dem Bedürfnis nach einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung und einer Teilhabe am Sozialleben vor Ort gerecht zu werden.

Ziel unserer kommunalen Sozialpolitik ist es, soziale Netzwerke zu unterstützen und die Selbstorganisation der Bürger*innen zu fördern. Wir orientieren uns am Sozialraum, wo neben der Familie und dem Freundeskreis ehrenamtlich engagierte Mitbürger*innen das soziale Fundament unserer Gesellschaft bilden. Die Förderung des Ehrenamts ist uns ein wichtiges Anliegen.

Wir Grünen wollen,

  • dass die Volkshochschule als kommunaler Bildungsträger deutlich mehr Angebote in den einzelnen Korschenbroicher Stadtteilen schafft. Die Volkshochschule hat den Auftrag, vor Ort ein breites Spektrum an Aktivitäten anzubieten.  Die Angebotspalette umfasst Themen in den Bereichen Freizeit, künstlerische Gestaltung, Sport, Gesundheit, Sprachen, Gesellschaft, Politik, Erziehung, berufliche Bildung und vieles mehr. Die Volkshochschule ist die kommunale Plattform für ein lebendiges kommunales Miteinander. Sie erfüllt neben ihrem Bildungsauftrag auch eine wichtige Funktion für das soziale Leben vor Ort.
  • dass die Stelle eines/r Quartiersmanager*in – einer Koordinierungsstelle im Sozialamt für den sozialen Raum – geschaffen wird, wo Ehrenamtliche rekrutiert und aktiviert, Aktivitäten koordiniert und Räume in der Stadt gebucht werden. Die bereits bestehenden Strukturen im Sozialamt müssen dafür ausgebaut werden.
  • dass Angebote und Aktivitäten in den bestehenden Räumlichkeiten der Stadt, aber auch in Räumen von Kirchen und Vereinen angeboten werden. So könnte beispielsweise der Heimatverein als Kooperationspartner gewonnen werden, um Räumlichkeiten im Alten Bahnhof Korschenbroich zu nutzen.

Senior*innenpolitik

Unser besonderes Augenmerk gilt älteren Menschen in Korschenbroich. Viele Ältere wollen so lange wie möglich selbstbestimmt leben und aktiv am Sozialleben teilnehmen. Unsere Forderungen nach mehr Bildungs- und Freizeitangeboten will gerade auch weniger mobile Senior*innen mit attraktiven Angeboten vor Ort ansprechen.

Außerdem setzen wir uns für die Einrichtung eines Senior*innenbeirats ein. Wir sind davon überzeugt, dass Betroffene ihre Interessen selber am kompetentesten vertreten können.

Zum Ende des Lebens wird das Thema Wohnen und Pflege immer wichtiger. Die meisten Senior*innen wollen so lange wie möglich in ihrem vertrauten Zuhause bleiben. Ist das nicht mehr möglich, stellt sich die Frage nach einer betreuten Wohnsituation und der Pflege. Viele Menschen haben vor dem Aufenthalt in einem Altenheim unter krankenhausartigen Bedingungen Angst. Wir engagieren uns als Grüne für mehr für selbstorganisierte Wohnformen.

Die Möglichkeiten digitaler Techniken sind heutzutage vielseitig anwendbar. Wir setzen uns als Grüne für die Strategie: Digital mobil im Alter ein. Digitalisierung für das Alter ist Teilhabe und beugt Alters-Diskriminierung vor. Ältere Menschen sollen dazu eingeladen werden, sich verstärkt mit digitalen Techniken auseinanderzusetzen, um sich beispielsweise über Aktivitäten vor Ort zu informieren, digitale Angebote wie Online-Banking zu nutzen oder lokale Bringdienste in Anspruch zu nehmen. Die Beherrschung digitaler Technologien ermöglicht es, länger ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen. Wir Grünen wollen, dass ältere Bürger*innen dabei von ehrenamtlichenTechnikbegleiter*innen unterstützt werden.

Digitale Angebote können älteren Menschen helfen, wichtige Informationen „rund ums Älter werden“ zu finden. „Gut versorgt in…“  isteine App für Senior*innen und ihre Angehörigen. Sie umfasst ein Informationsportal zu seniorenspezifischen Themen und kombiniert diese barrierearm mit einem lokalen Adressverzeichnis der jeweiligen Stadt. Ältere Menschen können hier Hinweise auf Ärzte, Beratungsstellen, Pflegedienste und Freizeitangebote finden. Ziel ist es, ein Netzwerk zwischen den Senior*innen, der Stadt sowie den lokalen Dienstleistern zu bilden. Die App finanziert sich über Anzeigen lokaler Anbieter.

Wir Grüne wollen,

  • dass Wohngruppen, Mehrgenerationenwohnen und Projekte wie Wohnen für Pflege unterstützt werden.
  • die Einrichtung eines Senior*innenbeirats
  • dass ehrenamtliche Technikbegleiter*innen für ältere Bürger*innen geschult werden, um ihr Wissen weiterzugeben. Sie sollten regelmäßige Sprechstunden in Begegnungsstätten anbieten, die von Älteren besucht werden.
  • dass Korschenbroich die App „Gut versorgt in ...“ einführt. Die Plattform verbindet seniorenspezifische Themen mit lokalen Informationen über Freizeitangebote, Beratungsdienste, Ärzte und Pflege.

Inklusion

Auch 11 Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention gibt es im Bereich Inklusion in unserer Stadt noch viel zu tun. Für Menschen mit Behinderungen gibt es heute noch immer vielfältige Barrieren, die sie in der gleichberechtigen Teilhabe einschränken. Etwa 80% der Behinderungen werden im Alter von über 60 Jahren erworben. Mit einem steigenden Altersdurchschnitt der Bevölkerung nimmt daher auch der Anteil der Menschen mit Behinderung zu. Für deren Selbstständigkeit und Teilhabe ist die konsequente Umsetzung von Barrierefreiheit auf kommunaler Ebene entscheidend.  Dafür muss in den Bereichen Mobilität, Freizeitgestaltung und selbstbestimmtes Wohnen noch viel getan werden. 

Wir setzten uns für einen Korschenbroicher Inklusions-Atlas ein, der Menschen mit Behinderungen Auskunft über Freizeitangebote gibt. Darin können sie Informationen zu Erreichbarkeit, Teilnahmevoraussetzungen und Barrierefreiheit von lokalen Veranstaltungen finden.  

Wir Grüne wollen,

  • dass mehr barrierefreie Wohnungen gebaut werden. Um dieses Ziel zu erreichen, gilt es bei baulichen Ausschreibungen und Umbauten konsequent auf Schwellenfreiheit und die Einhaltung der Landesbauordnung zu achten. Hilfreich ist dabei, Fachplaner für bauliche Barrierefreiheit einzubeziehen.
  • dass bei der Nahverkehrsplanung Menschen mit Handicap frühzeitig beteiligtwerden.
  • dass im Stadtzentrum im Umkreis von 800 Metern immer eine Sitzgelegenheit erreichbar ist. Die Bänke sollen eine höhere Sitzfläche haben, um das Hinsetzen bzw. Aufstehen zu unterstützen.
  • dass in Korschenbroich ein Inklusions-Atlas erstellt wird, der Menschen mit Behinderungen Informationen über Freizeitangebote in der Stadt gibt.

Integration

Wir Grünen setzen uns für die Integration und politische Partizipation von Mitbürger*innen mit Migrationshintergrund ein. Daher machen wir uns auch für einen Beirat für Menschen mit Migrationshintergrund stark. Unsere Stadt hat viele Geflüchtete aufgenommen. Wir müssen sie weiterhin gut begleiten, damit sie nicht nur Arbeit, sondern auch sozialen Anschluss finden. In der Flüchtlingshilfe muss ein ausgewogenes Miteinander von professioneller Hilfe und ehrenamtlicher Betreuung gefunden werden. Ehrenamtler können keine Profis ersetzen. Für Geflüchtete sollte auf Dauer angelegter Wohnraum vorgehalten werden. Wohncontainer lehnen wir als Dauerlösung ab.

Wir Grüne wollen,

  • dass ein Beirat für Menschen mit Migrationshintergrund eingerichtet wird.
  • dass ein/e hauptamtliche*rIntegrationsmittler*in eingestellt wird.
  • dass Flüchtlinge in Wohnungen untergebracht werden.

Kinder, Jugendliche, Familien

Wir wollen ein breites Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche, damit sie sich sozial und emotional entfalten zu können. Es gibt seit einiger Zeit ein Jugendparlament in Korschenbroich, wo die Jugendlichen eigene Aktionen planen und durchführen. Wir begrüßen diese Initiative der Stadt.  Die Jugendlichen sollte mehr Mitgestaltungsmöglichkeiten bei Kultur- und Freizeitangeboten bekommen.

Darüber hinaus brauchen wir in Korschenbroich mehr sichtbare Angebote für Kinder und Jugendliche. Vor allem in den Ferien suchen viele Eltern nach Betreuungsmöglichkeiten während der Schließungszeiten von Kindergarten und OGS.

Wir Grüne wollen:

  • dass mehr Freizeitaktivitäten für Kinder und Jugendliche angeboten werden.
  • dass während der Sommerferien eine durchgehende Betreuung in Form einer Stadtranderholung für Kinder und Jugendliche angeboten wird.

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