Wo sind eure Wahlplakate?

Ist es euch aufgefallen, dass keine Grünen-Wahlplakate zur Europawahl im Stadtgebiet Korschenbroich hängen, sondern nur die großen Standplakate? Nein? Ja?

Wir haben uns bewusst dazu entschieden, bei der Europawahl auf Wahlplakate zu verzichten und nur mit den großen Standplakaten zu arbeiten. Wahlplakate spielen zwar weiterhin eine Rolle im Wahlkampf, ihre Wirksamkeit ist jedoch begrenzt und stark von der Art der Botschaft und der Zielgruppe abhängig. In Kombination mit digitalen Medien erfüllen sie mittlerweile eine ergänzende Funktion. Hierzu verfolgen wir regelmäßig die Studien der Universität Hohenheim.

Niemand sieht ein Plakat und denkt, tolle Position, diese Partei wähle ich.

Frank Brettschneider, Kommunikationsprofessor Universität Hohenheim

Neben den Studien haben noch weitere Punkte zu unserer Entscheidung beigetragen.

Umweltbelastung

  • Ressourcenverbrauch: Die Herstellung von Wahlplakaten erfordert den Einsatz von Papier, Plastik und Druckfarben, was zu einem hohen Verbrauch an natürlichen Ressourcen führt.
  • Abfall: Nach der Wahl müssen die Plakate entsorgt werden, was zusätzlichen Müll erzeugt und oft nicht umweltfreundlich geschieht.
  • Nachhaltigkeit: In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit und Umweltschutz immer wichtiger werden, wirken Wahlplakate oft als veraltetes und umweltschädliches Medium.

Kosten

  • Hohe Ausgaben: Die Produktion, der Druck und die Verteilung von Wahlplakaten sind mit erheblichen Kosten verbunden, die für viele kleinere Parteien oder unabhängige Kandidaten eine große finanzielle Belastung darstellen.
  • Effizienz: Im Vergleich zu digitalen Werbemaßnahmen, die oft zielgerichteter und kosteneffizienter sind, bieten Wahlplakate oft ein schlechtes Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Begrenzte Informationstiefe

  • Oberflächliche Botschaften: Wahlplakate bieten nur begrenzten Platz und daher nur oberflächliche Informationen. Komplexe politische Inhalte können nicht adäquat dargestellt werden.
  • Fehlende Interaktivität: Anders als digitale Medien bieten Plakate keine Möglichkeit zur Interaktion oder weiterführenden Informationen, was besonders für politisch interessierte Menschen nachteilig ist.

Sättigungseffekt

  • Überflutung: Eine große Anzahl von Plakaten kann zur visuellen Überflutung führen und die Menschen abstumpfen lassen, wodurch die eigentliche Botschaft verloren geht.

Praktische Nachteile

  • Beschädigung und Vandalismus: Plakate sind anfällig für Beschädigungen und Vandalismus, was die Kosten erhöht und die Botschaften entstellt.

Geringe Zielgruppenansprache

  • Eingeschränkte Reichweite: Plakate erreichen hauptsächlich Menschen, die sich im öffentlichen Raum bewegen, aber nicht unbedingt gezielt die gewünschte Wählergruppe.
  • Demographische Einschränkungen: Besonders jüngere Menschen und digital affine Wählergruppen informieren sich zunehmend online, wodurch Plakate weniger effektiv sind.

Zudem ist es für uns wichtig, mit euch direkt ins Gespräch zu kommen. Daher werdet ihr uns in den nächsten Wochen an diversen Informationsständen zur Europawahl antreffen.