Antrag Tempo 30

Korschenbroich, 2. Dezember 2020


Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
die Fraktion Bündnis90/Die Grünen bittet im Zuge der anstehenden Haushaltsberatungen während der Sitzung
des Hauptausschusses am 08. Dezember 2020 um Aufnahme des Antrags:
Ausweisung von strecken- und gebietsbezogenen Geschwindigkeitsreduzierungen (Tempo-30) im Stadtgebiet
Korschenbroich
mit folgendem Beschlussvorschlag:
Der Rat der Stadt Korschenbroich möge beschließen, die Stadtverwaltung mit der Umsetzung der erforderlichen
Maßnahmen zur Einrichtung von nachfolgend aufgelisteten, streckenbezogenen Geschwindigkeitsreduzierungen (Tempo-30) im Stadtgebiet Korschenbroich zu beauftragen.

  1. Glehn – Streckenabschnitt – Hauptstraße (K8) von Einmündung Kampgasse bis Kreuzung K29
  2. Schlich – An der Au – Am Blankpfad – Fürther Weg
  3. Kleinenbroich – Streckenabschnitt Rhedung
  4. Kleinenbroich – Streckenabschnitt Püllenweg (Holzkamp bis Fuggerstraße)
  5. Korschenbroich – Streckenabschnitt Regentenstraße/Am Kirsmichhof/Arndtstraße
    Dem Fachamt sind die zur Umsetzung notwendigen Haushaltsmittel in entsprechender Höhe in dem Produkt
    12.01.10 Neubau und Unterhaltung von Verkehrsflächen und Ingenieurwerken – Teilposition 13 bereitzustellen.
    Begründung allgemein:
    Temporeduzierungen innerhalb der Ortskerne stellen keine unzumutbaren Einschränkungen dar und erhöhen
    im Gegenzug die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmerinnen immens. Generell ist ein Zeitverlust durch die Geschwindigkeitsreduzierung innerorts stets zu vernachlässigen. Der Schutz der schwächsten Verkehrsteilnehmerinnen, also von Kindern, Fußgängern, Radfahrern und älteren
    Menschen, bekäme durch die Einführung von Tempo-30-Streckenabschnitten endlich Priorität. Tempo-30 hat
    zudem nachweislich positive Effekte auf Aspekte wie Lärmschutz, Luftreinhaltung und städtebauliche
    Gesichtspunkte.
    Begründung Pkt. 1:
    Auf dem Streckenabschnitt befinden sich neben der Seniorenwohnanlage Glehn weitere Einrichtungen (Kirche,
    Pfarrheim, Friedhof, Gastronomie und +Ärzte), die stärker, gerade von älteren Verkehrsteilnehmerinnen frequentiert werden. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN · Mühlenstraße 25 · 41352 Korschenbroich An den Bürgermeister der Stadt Korschenbroich Herrn Marc Venten Sebastianusstraße 1 41352 Korschenbroich Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Mühlenstraße 25 41352 Korschenbroich Tel.: +49 (2161) 640 455 fraktion@gruene-korschenbroich.de Der gewundene Verlauf dieses Abschnittes ist zudem keinesfalls für hohe Geschwindigkeiten geeignet und stellt gerade auf Höhe der Metzgerei Erkes für alle Verkehrsteilnehmer eine Gefahr dar. Notwendige Überholabstände von Radfahrerinnen (siehe Novelle der StVO) sind bei Tempo 50 nicht einzuhalten.
    Zudem entsteht zukünftig durch vermehrte Querungen im Bereich des neuen Verbindungsweges zwischen
    Friedhof und katholischer Kirche eine neue Gefahrensituation, die durch eine Geschwindigkeitsreduzierung
    signifikant minimiert werden kann.
    Begründung Pkt. 2:
    Die südlichen Nebenstraßen in Schlich werden verstärkt von Fußgängerinnen und Radfahrerinnen aus dem
    Stadtgebiet genutzt um die angrenzende Naherholungsgebiete oder den örtlichen Bauernladen zu erreichen.
    Zudem sind sie Teil verschiedener beliebter, überregionaler Rad- und Wanderwege. Gerade im
    Kreuzungsbereich Fürther Weg/Am Blankpfad entsteht dadurch ein erhöhter Querungsverkehr und somit
    potentiell eine Gefahrenstelle für alle Verkehrsteilnehmer.
    Die Einrichtung einer Tempo-30-Zone in diesem Bereich folgt stringent einer zu beobachtenden städtischen
    Verkehrsentwicklung, die bereits in Glehn und in den Ortsteilen Lüttenglehn und Epsendorf umgesetzt wurde.
    Begründung Pkt. 3:
    Die Rhedung hat durch die vielen baulichen Veränderungen der vergangenen 40 Jahre ihre alte Rolle als
    klassische Durchgangsstraße verloren. Sie hat jedoch durch die Anbindung an die Industrie- und
    Nahversorgungsgebiete im Bereich Püllenweg/Holzkamp sowie zum Kinderspielplatz und den Sportanlagen
    eine besondere innerörtliche Bedeutung und wird von Radfahrerinnen und Fußgängerinnen intensiv genutzt.
    Die im nördlichen Bereich angelegten Straßenverengungen sorgen lediglich auf einem kleinen
    Streckenabschnitt für eine signifikante Temporeduzierung. Hier ist jedoch vermehrt zu beobachten, dass
    Fahrzeuge stadtauswärts bereits ab Höhe der Straße Am Hallenbad stark beschleunigen. Des Weiteren sorgt in
    den Wintermonaten eine unzeitgemäße, schlechte Straßenbeleuchtung für zusätzliche Gefahr, wenn gerade
    junge und ältere Verkehrsteilnehmerinnen die stets mit parkenden Fahrzeugen zugestellte Straße queren wollen. Auch hier kann eine durchgehende Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h gerade für junge und ältere Verkehrsteilnehmerinnen eine größere Sicherheit im Straßenverkehr schaffen.
    Begründung Pkt. 4:
    Der Püllenweg ist im Teilabschnitt zwischen Holzkamp und Fuggerstraße eine stark befahrene
    Durchfahrtsstraße ohne Aufenthaltsqualität für Fußgängerinnen und Fahrradfahrerinnen. Obwohl bereits die
    Zufahrtswege aus dem Geschäftsbereich Holzkamp sowie von der Rhedung kommend mit einer
    Geschwindigkeitsreduzierung von 30 km/h ausgewiesen sind, darf in diesem Teilabschnitt noch immer 50 km/h
    gefahren werden.
    Hier würde eine durchgängige Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h einen Lückenschluss zu bereits
    eingerichteten Streckenabschnitten im Geschäftsbereich Holzkamp herstellen.
    Begründung Pkt. 5:
    An diesem als „östlichen Cityring“ zu benennenden Straßenzug liegen nicht nur das alte Rathaus, in dem heute
    u.a. das Sozialamt untergebracht ist, ein großes Ärztehaus, das Jugendamt sowie das „Seniorenhaus
    Korschenbroich“ – alles Einrichtungen mit hoher Publikumsfrequenz, wobei es sich um wie oben beschrieben
    mehrheitlich zu schützende Personengruppen handelt. Es besteht auch wegen Durchgangsverkehrs und einer
    unübersichtlichen Parksituation im Kurvenbereich eine latente Gefahrenstelle.
    Schließlich würde die Einrichtung einer Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h eine Art Lückenschluss zur
    Zone Steinstraße/Hindenburgstraße darstellen. Besonders Fußgänger*innen und der Radverkehr würden
    hiervon deutlich profitieren und der Innenstadtbereich attraktiver werden.

Mit freundlichen Grüßen
Jochen Andretzky Julia-Kathrin Edelburg
Fraktionsvorsitzender stellv. Fraktionsvorsitzende
gezeichnet:
Joerg Utecht
Jörg Pesch
Michael Pesch
Oliver Sitt
und Fraktion