Antrag auf Mitgliedschaft im Zukunftsnetz Mobilität NRW

Korschenbroich, 2. Dezember 2020


Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN beantragen die Mitgliedschaft der Stadt Korschenbroich im Zukunftsnetz Mobilität
NRW. Das vom Ministerium für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützte Netzwerk hilft den
Mitgliedskommunen dabei, ein eigenes kommunales Mobilitätsmanagement mit dem Ziel zu entwickeln, ihren
Bürgerinnen die Infrastruktur für einen intelligenten Verkehrsmix zur Verfügung zu. Personelle und finanzielle Ressourcen für die Bestellung einer/s Mobilitätsmanagerin stellt die
Stadtverwaltung in geeigneter Weise zur Verfügung.
Begründung:
Das Thema Verkehr hat vor allem in suburbanen Räumen – wie in Korschenbroich –, die einerseits ländlich
geprägt sind und anderseits einen hohen Anteil an Berufspendelverkehr in die nahegelegenen Ballungsräume
aufweisen, zentrale Bedeutung. Auf dem Korschenbroicher Stadtgebiet liegen verschiedene Ortsteile verstreut.
Die beiden Ortsteile Korschenbroich und Kleinenbroich besitzen einen S-Bahn Anschluss, während kleinere
Ortsteile schlecht an den öffentlichen Nahverkehr angebunden sind. Das Mobilitätsnetz NRW hat es sich zur
Aufgabe gemacht, Mobilitätsangebote zu entwickeln, die die verschiedenen Verkehrsträger – Auto, Bus, Bahn,
Fahrrad, Fußgänger – als Gesamtsystem betrachten und miteinander vernetzen. Ziel ist es, den Anteil des
individuellen Autoverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen schrittweise durch eine Kombination des Autos mit
Bus und Bahn, Fahrrad, Wege zu Fuß, Carsharing und Fahrgemeinschaften zu verringern. Im Rahmen des
Mobilitätsmanagements werden Mobilitätsanlässe wie der Berufspendlerverkehr, Einkaufswege, Arztbesuche,
Privatbesuche und Besuche in anderen Ortsteilen identifiziert und Alternativen zum Autoverkehr entwickelt. Als
Beispiel mag der Transport der Schulkinder mit dem eigenen PKW zur Schule dienen. Hier könnten sicherer
Straßenquerungen, flankiert durch ein Programm „Mein Kind geht allein zur Schule“, helfen, die Akzeptanz für
das selbstständige Zurücklegen von Schulwegen zu erhöhen. Neben den Mobilitätsanlässen werden einzelne
Zielgruppen näher betrachtet. So ist es für die Korschenbroicher Seniorinnen, die nicht mehr Auto fahren können, schwierig, in andere Ortsteile zu gelangen, um dort Erledigungen zu tätigen. Es geht bei dem Programm nicht um ein Fahrverbot für private PKWs, sondern darum, alternative Mobilitätsangebote zu entwickeln und für deren Akzeptanz zu werben. Die so erzielte Reduzierung von CO2 Emissionen dient dem Klimaschutz und entlastet die automobile Verkehrsinfrastruktur, die in NRW mittlerweile an ihre Grenzen stößt. Den Korschenbroicher Bürgerinnen wird eine verbesserte Anbindung der verschiedenen Ortsteile angeboten, wovon
vor allem Senior*innen profitieren würden. Ein geringeres Aufkommen des individuellen Automobilverkehrs
erhöht nicht zuletzt die Sicherheit auf den Straßen und die Aufenthaltsqualität im Stadtgebiet. Das zu
erarbeitende Mobilitätskonzept ist als Roadmap zu verstehen, die es langfristig umzusetzen gilt. Die
Nachbarkommunen Mönchengladbach, Willich, Krefeld, Neuss und Düsseldorf sind bereits Mitglied im
Mobilitätsnetz NRW.


Mit freundlichen Grüßen
Jochen Andretzky Julia-Kathrin Edelburg
Fraktionsvorsitzender stellv. Fraktionsvorsitzende
gezeichnet:
Birgit Wollbold
und Fraktion

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